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Abzocke
Verfasser: H.-E. Wiesemann
Ein Kraftfahrzeug ist nicht nur ein fahrbarer
Untersatz um bequem von A nach B zu gelangen, sondern kann unter
Umständen sogar zu einer Waffe, einem Geschoss, mit oft tödlichen Folgen
für den Fahrzeugführer und nicht minder selten auch für unbeteiligte
Mitmenschen werden.
Wir sind uns durchaus bewußt, daß einigen
Fahrzeugführern die Fahrerlaubnis zu Recht entzogen wurde.
Es
gibt aber aus unserer Sicht heraus genügend Fälle und Situationen in denen
ein Fahrverbot mit den dazugehörigen Sanktionen bis hin zu erheblichen
sozialen Nachteilen und sogar zur Existenzvernichtung geführt
haben.
Und hier setzt unsere Kritik an.
Mit der neuen EU-Führerscheinverordnung hat der
Gesetzgeber einen ersten Schritt zur Verbesserung getan. Wahrscheinlich
aber nur gezwungerweise, sprich aufgrund der EU-Mitgliedschaft,
denn
1. es wurde diese relativ junge Verordnung in
keinster Weise publik gemacht! ...Die
wenigsten Rechtsanwälte kennen diese neue Verordnung.
2. Die deutschen Behörden haben es durch Druck auf
die kleinen Nachbarstaaten ...geschafft,.daß von dort die deutschen Führerscheinbewerber an
die deutschen ...Behörden gemeldet.werden..Dadurch schließt
sich wieder der Teufelskreis,.indem ...Sie wiederum der Behördenaufsicht mit all ihren
Möglichkeiten der.Kontrollen ...ausgesetzt sind.
Eine Kuh zu schlachten die gute Milch liefert kann
letztlich nicht im Interesse des Staates sein. Und mit dem deutschen
liebsten Kind, dem Auto wird richtig Kasse gemacht.
Es wurde
hierüber auch schon zur genüge in den Medien gezeigt. So z.B. auch mit
versteckten Kameras über das Verhalten von diversen Anbietern im Bereich
medizinisch-psychologischer Untersuchungen, die für eine "garantiert
erfolgreiche" MPU unverschämte Honorare verlangt haben.
Wir können auch nur eine begrenzte Garantie geben,
denn wenn unsere Dolmetscherin Sie am Abend vor Ihrer Führerscheinprüfung
sturztrunken aus einem Londoner Wirtshaus abholen muß, werden Sie auch in
England Ihren Führerschein nicht bestehen.
Der TÜV überwiegend in den alten Bundesländern und
die DEKRA in den neuen Bundesländern haben eine fast nahezu
unangefochtene Monopolstellung. Die Umsätze im Bereich MPU sind fester
Bestandteil in den Planungen des jeweiligen nächsten Wirtschaftsjahres im
Jahreshaushalt dieser Organisationen. Vergleichsweise sind in den
Haushaltsjahresplanungen der meisten Städte und Gemeinden die Einnahmen
aus Verkehrsünden wie z.B "falsch Parken" etc. eingeplant.
Die Scheinargumentation, hier gehe es wirklich darum,
überparteilich und objektiv Fahreignungen zu kontrollieren, ist
angesichts der Tatsache das es sich hier um ein
Multi-Million-Dollar-Business handelt eine reine Lachnummer. Bei den
Gutachtensstellen handelt es sich faktisch um wirtschaftlich orientierte
und arbeitende Unternehmen, die weitestgehend für den Verkehrsteilnehmer
und Verbraucher unkontrolliert und mit Monopolstellung Millionenumsätze
gezielt produzieren, sozusagen die "Lizenz Geld zu drucken"
kontrolliert ausnutzen.
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Dies ergibt sich aus einer Reihe von folgenden
Fakten:
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Die Gutachterstellen haben es quasi in der Hand, ihre
Einnahmen zu steuern. Wer das Gutachten "besteht", wird
voraussichtlich nicht mehr kommen, wer "durchfällt", hat keine
andere Chance, als im EU Bereich den Führerschein zu erwerben, oder nach
einem gewissen Zeitablauf ein weiteres Gutachten zu
riskieren. Dem enttäuschten Probanden bietet der TÜV nach wie vor
(kostenpflichtige) Nachgespräche an, (damit der das nächste Mal
etwas besser präpariert wieder durchfällt ?) Besonders pikant ist es, wenn diese Unternehmen bei
organisatorisch und finanziell verbundene
Tochterunternehmen Nachschulungsmaßnahmen durchführen lassen, wobei personell zwischen
Prüfern und 'Probanten' wohl nicht immer unterschieden wird. Wir bezweifeln, daß ein 30 - 60 minütiges Gespräch bei
einem Verkehrpsychologen geeignet ist,
über die Fahreignung eines Menschen wirklich objektiv zu
befinden. Gibt es
eine unabhängigen Institutionen zur Überprüfund der standardisierten
Fragebögen? Die Gutachten sind in der Regel eine Anhäufung von
standardisierten Textbausteinen, die auf die Individualität des einzelnen Falles nur sehr
unzureichend eingehen. Über den Flash-back Effekt bei Cannabis wird heute
noch referiert, obwohl sich dieser inzwischen als Ammenmärchen
herausgestellt hat. Das elementares Prinzip eines Rechtsstaats sollte es
sein, daß jeder Bürger die selben Möglichkeiten haben soll, zu
seinem Recht zu
gelangen.
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Die erforderlichen Gesamtkosten für Anwalt,
Psychologe, Gebühren, Gutachtergebühren, medizinische Untersuchungen
etc. addieren sich häufig problemlos auf einen Betrag von €6.000 oder
mehr.
Das ist richtig viel Kohle - und welche Lobby will sich das
schon entgehen lassen?
Wir nennen es einfach nur -
Abzocke. |
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